[Review] Sara Danvers: The Seven Devils

16066774This will contain spoilers, so in case you wanna read the book (which I stongly suggest against!!) – don’t read any further.

Story:
After nearly being killed by her father, even the mother realizes it might be better to leave her husband and get Ellen into a saver place. At her new school she meets a mysterious guy who is rumoured to be highly dangerous and a killer.

Characters:
Let’s start with the supporting characters: I like a good flawed character in my books, but… the baddies here were just ridiculous and implausible. The own brother sets up the sister to be KILLED by the father because they had to move away from his friends after the father nearly killed the sister and he was pissed at her for taking him away from his buddies??? Who is supposed to buy such a character?
Psychologically it might have made more sense if the mother would hold back from dating for a while after escaping her violent and alcoholic husband. But no, she starts an affair that keeps her out of the house (with the immanent danger of the husband finding the family looming all the time) for days and weeks. Sure…!
But like mother like daughter… Meet Ellen, the most useless, clueless and naive heroine in literature. Her decisions are usually stupid and/or hormone based. Her ways of thinking elementary school-level at best.
On her first day at the new school, still traumatized from nearly having been drowned… she invites the guy everybody warns her about at school home, holds hands with him then and there, enjoys his kisses and follows him into the woods. Hours after meeting him. Sure…! (Great choice, Ellen!)
Basically she trusts whoever gets her hormones singing, so after the first guy breaks up with her, she starts dating someone else. He had sexually assaulted her before they got together. (Great choice, Ellen!) He treats her like shit during their relationship with violent moments and when she decides to break up with him, she chooses a deserted forest. (Great choice again, Ellen!) Needless to say he gets very violent and nearly rapes her (luckily she gets saved).

There is no single character in the book that I would consider interesting. The ambitious, self-centered brother, the ignorant and unfair mother, the asshole boyfriend, the misunderstood loner… Nobody seems to actually think once in a while, they all have their 2,5 character traits and won’t leave their assigned characterization for a second.
I kept thinking that some of the rash and idiotic decisions of the wannabe-heroine would be explained by the big secret (mind control). But it didn’t happen. She indeed was this stupid all by herself.
Pacing:
The pacing is horrible, insta-love² in the beginning that makes you dizzy and then ages of boredom. The second half has a completely different feel than the first half.
Writing:
The writing itself doesn’t hurt too much, but there are way too many errors in grammar and spelling.
All in all:
Keep away from this book, I got it as a freebie but mourn the time I wasted on this shit.1-stern-schw

[Mein Lesejahr] März 2014

01 The Peculiar Stefan Bachmann ***
02 Timeless Gail Carriger ****
03 Lady Chatterley’s Lover D.H. Lawrence **
04 Soulless Manga 1 Gail Carriger *****
05 Soulless Manga 2 Gail Carriger ****
06 Soulless Manga 3 Gail Carriger ****
07 Pawn Aimee Carter **
08 Lolita Vladimir Nabocov *****
09 Perfect Escape Jennifer Brown ***
10 Spiel des Lebens Veit Etzold ***
11 Spiel der Angst Veit Etzold **
12 Split Second Casie West **
13 Gefährliche Liebschaften Laclos ****
14 Life after life Kate Atkinson **

maerz

 

Highlight des Monats war für mich „Lolita“, toll geschrieben und inhaltlich erschütternd, aber trotz allem immer mit einem wunderbaren Humor… hat mir sehr gut gefallen! Auch „Gefährliche Liebschaften“ hat mir wunderbare Lesestunden beschert. Die Soulless Reihe habe ich in diesem Monat beendet, waqs mich etwas traurig stimmt, aber die Mangas konnten mir über die ersten Entzugserscheinungen hinweg helfen.

Komplette Flops, also 1-Sterne-Bücher waren in diesem Monat nicht dabei, aber ich war schon ziemlich enttäuscht von Lady Chatterley’s Lover (nervige Protagonistin und völlig unansprechend geschrieben) und von „Life after Life“, die Autorin mag ich eigentlich sehr und sie schreibt auch hier wieder wunderbar, aber für mich kam kein Lesefluss auf.

[Review] Kate Atkinson: Life after Life

17796863Ursula lebt ihr Leben wieder und wieder. Mal stirbt sie gleich bei der Geburt im Jahr 1910, dann ist der Arzt bei der Geburt zugegen und kann die um ihren Hals gewickelte Nabelschnur rechtzeitig kappen, doch sie ertrinkt mit 5 Jahren im Meer. Mal wird sie vorm Ertrinken bewahrt, stürzt aber ein paar Monate später aus dem Fenster. Je mehr Klippen sie in ihrem Leben umschifft, desto mehr wird ihr Leben und das ihrer Lieben vom 2. Weltkrieg überschattet, bis Ursula schließlich beschließt, ihr Leben darauf auszurichten, die Geschichte zu ändern und den Mann zu töten, der für den 2. Weltkrieg verantwortlich ist: Hitler.

Geschrieben ist das Buch wirklich wunderbar. Kate Atkinson hat ein Gespür für Sprache und Charaktere. Eigentlich hat mir auch die Idee sehr gut gefallen, aber für mich kam durch die episodenhafte Erzählform kein richtiger Lesefluss auf, was sicher eher an mir und meinen Buchvorlieben lag, als am Buch selbst.

Oft waren Lebensverläufe auch einfach zu emotional aufwühlend und deprimierend für meinen Geschmack, so dass ich das Buch irgendwann nur noch ungern zur Hand genommen habe.

Fazit: Tolle Idee, toller Schreibstil, aber eher langweilig und wegen der Wiederholungen bzw. parallelen Lebensentwürfen, die man irgendwie im Kopf haben muss, anstrengend zu lesen. 2-sterne-schw

[Review] Pierre Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften

18071758In diesem Briefroman aus dem 18. Jahrhundert geht es heiß her. Liebe, Tod, Intrigen, und natürlich so einige Affairen… Die Marquise Merteuil stachelt ihren ehemaligen Geliebten Valmont an, den Ruf und die Unschuld der Verlobten des Mannes zu ruinieren, der sie kürzlich verlassen hat. Der wiederum ist aber vollauf damit ausgelastet, eine tugendhafte Ehefrau zu verführen, die sich ihm gegenüber spröde gibt.
Das Beziehungsgeflecht wird immer verwickelter und immer mehr Intrigen werden gesponnen.

Die Charaktere sind einfach großartig. Die beiden Protagonisten sind sicher keine strahlenden Helden, sondern ziemlich durchtriebene Gestalten. Die Marquise ist berechnend und manipulierend, aber man erkennt auch immer, dass sie vor Charme sprühen und jeden um den Finger wickeln kann, wenn sie es darauf anlegt.
Valmont ist ein wunderbarer Charakter. Das eigene Vergnügen steht stets im Vordergrund, aber oft kommt auch seine selbstironische Seite zum Vorschein.
Trotz allem wachsen die beiden dem Leser schnell ans Herz und auch die Nebenfiguren in ihrer Schrulligkeit oder Naivität geben der Geschichte Charme und Witz.

Die Geschichte liest sich erstaunlich flüssig und wird durch die verschiedenen Briefstile der jeweiligen Verfasser noch facettenreicher, als es der Plot ohnehin schon hergibt. Laclos hat die Briefe geschickt angeordnet, mit Kommentaren zu Briefen, die er wegen des eher langweiligen Inhalts ignoriert hat oder Briefen, die gestohlen wurden und erst an späterer Stelle eingefügt wurden. Man vergisst oft, dass die Briefe eigentlich aus seiner Feder stammen.

Sehr zu empfehlen!4-sterne-schw

[Autoreninterview] Martina Riemer

20491002Es ist soweit!
Das “Baby” einer lieben Freundin und Bloggerin hat nun offiziell das (Amazon-) Licht der Welt erblickt! Hier könnt Ihr das Buch genauer unter die Lupe nehmen (und KAUFEN!!). Ich hatte das Glück schon früh in das Buch schnuppern zu können und es war sehr spannend, den Weg zu verfolgen. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass das Buch die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient!

Inhaltsangabe:

Endlich bricht für Vic das letzte Highschool Jahr an und sie kann es kaum erwarten, die lästige Schuluniform einzumotten. Doch es beginnt anders als gedacht: Sie trifft immer wieder auf Rafael, einen mysteriösen Schüler, der plötzlich überall auftaucht. Trotzdem schafft er es, sich nicht nur in ihr Leben zu schleichen, sondern auch in ihr Herz.
Wäre da nicht ein großes Problem: Seit sie ihn besser kennengelernt hat, bekommt sie das beklemmende Gefühl nicht los, ständig beobachtet zu werden. Zusätzlich jagen ihr die Frauenmorde, die in den letzten Wochen Glasgow überschatten, eine große Angst ein, bis sich Vic nicht mehr sicher ist, ob sie verrückt wird oder ob tatsächlich etwas vor sich geht. Bald verliert sich Vic in dem Gefühl der Verfolgung und der Liebe zu Rafael. Aber ist er wirklich der, für den sie ihn hält? Sie weiß nicht mehr, wem sie trauen kann oder wer ein falsches Spiel mit ihr treibt.
Kann die Liebe bestehen, wenn die Angst einem die Luft abschnürt?

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Martina hat sich freundlicherweise bereit erklärt ein paar Fragen zu beantworten.

  • Besonders gut hat mir die Atmosphäre von Glasgow und der schottischen Küste gefallen. Bist Du selbst schon einmal in Glasgow gewesen?7752383
    Nein, leider noch nicht bin ich noch nicht direkt in Glasgow gewesen. Bisher war ich nur zwei Mal in England in London und einmal an der Küste im Süden. Aber die Gegend in den Highlands hat mich schon immer fasziniert mit den weitläufigen, satten Hügeln und dem peitschendem Wetter an den Klippen. Einfach toll zum Träumen und zum Ausdenken von Geschichten. Statt selbst dort gewesen zu sein, habe ich viel mit Google Maps gearbeitet und bin sozusagen über das Internet die Strecken ‚abgegangen‘. ;)
  • Wie würdest Du selbst das Genre bezeichnen? Wie stellst Du Dir die Hauptzielgruppe vor?
    Schwierig, das es nicht vollständig nur in eine Schiene einzuordnen ist. Es ist zum Teil New Adult Contemporary Romance. Aber nicht nur, denn dafür ist es an manchen Stellen zu düster und mysteriös mit den Frauenmorden und dem Verfolger. Aber als Thriller kann man es auch nicht bezeichnen, das doch die Gefühle und die Liebe im Vordergrund stehen. Wenn mich Freunde fragen, sage ich immer ‚eine mysteriöse Liebesgeschichte für etwas erwachsenere Jugendliche‘ – das ist meiner Meinung nach die einfachste Einordnung.
  • Wer ist Dein liebster Charakter im Buch und warum?
    Eigentlich ist das Rafael, weil ich ihn einfach toll finde und er der romantische Held der Geschichte ist, der das Herz von Vic – als auch dem Leser – erobern soll. Aber ich muss sagen, dass ich auch Stew sehr gerne haben. Er ist der beste Freund von Vic und bei ihm mag ich sehr seinen Humor und ich muss jedesmal Schmunzeln, wenn ich an ihn denke. Stew ist zwar der Pausenclown und macht immer nur Witze, aber hinter seiner lustigen Fassade ist mehr, als man zu Beginn erahnt.
  • Gab es ein Kapitel, dass Dir beim Schreiben besonders gut gefallen hat und warum?
    Ich mochte das Kapitel im Park, als sie Rafael verfolgt haben, weil es zuerst eher spaßig beginnt, aber später auch die Annäherung von Rafael zeigt. Ich hoffe sehr, dass dem Leser an dieser Stelle auch etwas warm in der Bauchgegend wird. Mir geht es jedes Mal so, wenn ich diese Stelle lese.
  • Was war die größte Herausforderung beim Schreiben?
    Das schwierigste war für mich zu entscheiden, wie viel Information ich geben darf und was ich besser verheimlichen soll, sodass sich der Leser noch auskennt, um was es geht, aber nicht zu viel verrät, wodurch es spannend und interessant bleibt, bis am Ende dann die Auflösung kommt. Es kam mir manchmal so vor wie ein Seilakt, bei dem man genau die richtige Balance finden muss.
  • Gab es ein Bild/ Idee, die Dich inspiriert hat, Initialzündung? Was war zuerst da? Eine Idee zur Story? Das Setting oder die Charaktere?
    Zu allererst gab es die Szene oben am Sprungturm, als Vic und Rafael nicht miteinander reden dürfen. Diese Begebenheit habe ich – so klischeehaft es klingt – geträumt und es hat mich nicht mehr losgelassen. Dann haben sich die Charaktere deutlicher herauskristallisiert und sind mir immer wieder im Kopf herum gespukt, solange, bis ich mich hingesetzt und ihre Geschichte niedergeschrieben habe. Erst danach haben sich die Handlung und der weitere Verlauf gezeigt.
  • Wenn Du an die erste Idee zum Buch zurück denkst, wie nah ist das Endergebnis dann an der allerersten Idee?
    Ganz am Anfang wollte ich eigentlich eine Fantasygeschichte daraus machen, und zwar so, dass die Hauptfiguren aus zwei verschiedenen Welten kommen und deshalb nicht zusammen sein dürfen. Aber später habe ich bemerkt, dass das einfach nicht zu meinen Figuren passt und mich dann für eine Geschichte im Hier und Jetzt, ohne den ganzen Schnickschnack entschieden. Obwohl es nun doch anders geworden ist, als zuerst gedacht, bin ich dennoch zufrieden mit dem Endergebnis.
  • War der Verlauf genau durchstrukturiert oder hat sich vieles beim Schreiben ergeben?
    Das hier war mein erstes Manuskript und damals habe ich einfach nur drauf los geschrieben, weil ich es nur für mich geschrieben habe und nicht vorhatte damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Daher ‚nein‘, der Plot war vorher nicht genau durchgeplant und hat sich oft wie von selbst beim Schreiben ergeben. Wenn sich dadurch in der Handlung manchmal ein Hänger ergeben hat, habe ich einfach gewartet und eine Pause eingelegt, bis ich eine Lösung gefunden habe und dann wieder weitergeschrieben.
    Aber anders zu arbeiten – mit einem durchdachten Plotplan – ist viel leichter und genau das mache ich jetzt auch bei jeder weiteren Geschichte, auch wenn sich dort noch immer hin und wieder neue Wendungen oder Szenen ergeben.
  • Ich stelle mir den Autor/ die Autorin immer gerne bei der Arbeit vor. Also wann und wie schreibst Du? Tagsüber, Abends, Nachts? Am Schreibtisch oder auf der Couch? Musik? Liebstes schreibbegleitendes Getränk? Knabberei?
    Das wüsste ich auch gerne – wie das VollzeitAutoren so machen!? ^^
    Bei mir sieht es so aus, dass ich nach einem langen Arbeitstag nach Hause komme, dann etwas esse, während ich nebenbei lese. Danach kommt oft ein wenig Sport und erst danach, also am Abend, setzte ich mich an den Laptop um zu schreiben. Am liebsten an den Schreibtisch im Schlafzimmer, da es dort am bequemsten ist, wenn man längere Zeit schreibt.
    Getränke dazu: am besten Apfelschorle. Oder wenn ich an den Wochenenden schon am Vormittag schreibe, trinke ich mindestens zwei Tassen Kaffee.
    Knabberei gibt es oft keine… vergesse in dieser Zeit eher auf das Essen, also an den Wochenenden. Dann muss mich mein Partner immer daran erinnern, dass Mittag schon lange vorbei ist und wir etwas essen sollten ;)
    Musik höre ich ganz, ganz leise im Hintergrund, da ich es nicht leiden kann, wenn absolute Stille herrscht, weil ich mich dann am wenigsten konzentrieren kann. Entweder ich höre Birdy, Ed Sheeran, Thomas David, Lifehouse (vor allem beim Schreiben von ‚Glasgow RAIN‘), … und weitere Liebeslieder. Oder ich höre eine Internetseite, die KaffehausSound präsentiert – man hört dort leichtes Stimmengewirr, das Scheppern von Porzellan oder das Geräusch, wenn jemand den Stuhl verschiebt. Dieser Sound funktioniert am Besten.
  • Welche Schauspieler wären Deine Traumbesetzung für Dein Buch?
    Nicht gerade Schauspieler, aber natürlich habe ich in den Weiten des Internets nach Gesichtern gesucht, die meinen Figuren entsprechen. Für Rafael war sofort das Model Marlon Teixeira meine erste Wahl. Hier meine ich seine jungen Jahre, als er noch nicht soo lange Haare hatte. ^^ Das gleiche ist mit Vic – hier würde ich die junge Jessica Simpson sehen, als sie noch nicht so bekannt war.
  • Dein erstes veröffentlichtes Buch! Schreiben, Verlagssuche und Korrekturen waren sicher ein Abenteuer. Gab es eine herausstechende Sache, die Du dabei gelernt hast und mit uns teilen möchtest?
    Das Schreiben ist wie alles andere im Leben ein Prozess und vor allem auch Übungssache. Ich habe beim Schreiben selber gelernt, mich verbessert und hoffentlich gesteigert. Aber nicht nur durch das Schreiben, sondern auch durch Buchratgeber oder durch die Hilfe meiner Testleser, die mich auf Fehler oder Logiklücken aufmerksam gemacht haben. Was ich sonst noch gelernt habe? Ich muss zugeben, dass ich rückblickend nicht weiß, ob ich noch einmal den Weg des self-publishing machen würde. Es wartet so viel Arbeit auf einem, sobald das geschriebene Buch fertig ist und damit meine ich nicht, das Ausbessern, Korrektur lesen und dergleichen. Sondern schlichte Sachen wie den Buchsatz setzen oder andere Fragen, wie zb.: „Wie wandle ich das Buch (Word) in eine epub Datei um?“ – was ich übrigens noch immer nicht weiß. ^^
    „Wer macht das Cover?“
    „Wie viel kann ich mir für ein Lektorat leisten?“ usw. usf.
    Daher muss ich gestehen, dass man beim Selbstpublizieren auf ein hartes Business stößt, das manchmal gnadenlos sein kann und einem oft an die eigenen Grenzen bringt. Dadurch habe ich zwar gelernt durchzuhalten, nicht zu schnell aufzugeben und verbissen zu sein, bei dem, was mir wichtig ist, aber es ist auch anstrengend und fordert einen. Doch zum Glück gibt es viele andere Indie-Autoren, die einem immer mit einem offenen Ohr hilfreich zur Seite stehen. Ein herzliches Dankeschön auf diesem Wege!

[Review] Vladimir Nabokov: Lolita

7604German review (english review further down):
Humpert, der pädophile Ich-Erzähler befriedigt seine Triebe, indem er aus der Ferne junge Mädchen (Nymphets, oder im deutschen Nymphchen genannt) beobachtet und gelegentlich junge Prostituierte aufsucht. Nachdem seine Ehe gescheitert ist, wird er Untermieter einer alleinerziehenden Mutter, allein auf Grund der Tochter Lolita, die genau seinem Ideal entspricht. Schließlich heiratet er die Mutter sogar, um in der Nähe der Tochter zu bleiben. Als die Mutter jedoch plant, Lolita auf ein Internat zu schicken, beginnt er finstere Pläne zu schmieden…

Mindfuck. Der englische Ausdruck trifft die Wirkung des Romans auf mich perfekt.
Ich habe mich allzu oft von den wunderbaren Formulierungen, Wortspielen, Euphemismen des Erzählers einlullen lassen und mit dann immer wieder hoch geschreckt, wenn auf diese Weise (oft zwischen den Zeilen) abartige, perverse Momente beschrieben wurden. Sex mit der 12-jährigen Stieftochter, das ist jenseits jeder Grauzone, sich von ihr befummeln lassen, während er Schulkinder beim Verlassen der Schule beobachtet, ist nur krank. Und trotzdem war mir Humbert bei weitem nicht so unsympathisch, wie er hätte sein sollen. Wenn er mit Selbstironie und Wortwitz seine Eskapaden beschreibt, musste ich oft schmunzeln und die sprachliche Eleganz überdeckt nur allzu oft den widerlichen Inhalt.
So wie er Lolita manipuliert, ihr Geschenke macht, ihr Zuneigung schenkt, wenn sie bei seinen perversen Spielen mitmacht, fühle ich mich in gewisser Weise auch als Leser manipuliert, Selbstironie, Charme und poetische Sprache brachten mich immer wieder dazu, seine Perversionen (oder vielmehr die Umsetzung derselben in die Tat) ETWAS milder zu beurteilen.
Bis zum Ende gibt es Wendungen, die erschrecken und traurig machen.
Humpert ist ein grandioser (Anti-)Held, seine Sicht auf die Geschehnisse ist alles andere als objektiv und es wird immer wieder deutlich, wie wenig sein Verhalten mit „Liebe“ zu tun hat und doch fühlt man mit seiner Verzweiflung mit.
Lolita war ebenfalls ein wunderbarer Charakter, auf ihre Weise arrangiert sie sich mit der Situation und zieht aus ihr Stärke. Sie lernt, die Machtbalance zu ihren Gunsten zu verschieben und verfolgt ihre eigenen Ziele.
Die Lektüre des Romans ist eine Achterbahnfahrt: Atemberaubende Sprache, die einen oft innehalten lässt, herrliche Seitenhiebe auf die amerikanische Kultur, Charaktere, die man zugleich liebt und hasst, eine Geschichte, die einem oft den Magen umdreht, die Selbstironie, mit der sich der Erzähler zuweilen selbst betrachtet… Absolute Leseempfehlung!

English review:
Humpert, the pedophile narrator satisfies his urges by watching young girls, which he calls nymphets and occassionally visits young prostitutes. After his marriage falls apart, he becomes the lodger of a single mother solely because of her daughter Lolita, who represents his ideal of a nymphet. Finally he even marries the mother to stay close to the daughter. But when the mother plans to send Lolita to a boarding school, he starts to cook up sinister plans…

Mindfuck. This expression fits the effect the novel had on me perfectly.
Way to often I let the wonderful phrases, play of words, euphemisms of the narrator charm me, only to be startled again, when in this beautiful way (often enough between the lines) perverted and sick moments were being described. Sex with the 12 year old stepdaughter is beyond any greyzone, letting himself be sexually touched by her while watching school girls leave school, is simply sick. And yet Humbert wasn’t as dislikeable, as he should have been. When he describes his escapades with self-mockery and wordplay, I often had to smile and the elegance of the language often covers the disgusting content.
Just like he manipulates Lolita, makes her presents, grants her affection if she plays along with his sick games, I felt manipulated as well in a way. Self mockery, charme and peotical language brought me again and again to the point of judging his perversions (or rather putting them into practice) a LITTLE bit more forgivingly.
Up to the end there are twists and turns that shock and sadden.
Humbert is a great (anti-)hero, his point of view on the events is anything but neutral and it gets clear again and again how little his behaviour has to do with „love“ and yet I felt sympathetic to his torment and desperation.
Lolita was a wonderful character as well, she comes to terms with the situation in her own way and draws strength from it. She learns to shift the power balance in her favour and has her own agenda.
Reading this novel was a rollercoaster ride: breathtaking language, which often made me pause for a moment, great side blows on the american culture from an European point of view, characters I loved and hated at once, a story which turned my stomach a couple of times, the self-mockery with which the narrator look upon himself at times… definetely a recommendation!
5-sterne-schw

[Review] Jennifer Brown: Perfect Escape

12805941Kendras Leben wird durch den an Zwangsstörungen leidenden Bruder Grayson bestimmt, ihre Reaktion darauf ist, möglichst perfekt zu sein, vor allem in der Schule notfalls mit Betrug. Ihr Kartenhaus droht einzustürzen, als ihre Schummelei in der Schule auffliegt und in ihrer Panik flieht sie mit dem schlafenden Bruder auf dem Beifahrersitz in Richtung Kalifornien.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, vor allem Grayson war toll! Seine Schrulligkeit und sein Humor kommen wunderbar rüber. Mit Kendra bin ich leider nicht wirklich warm geworden, zunächst konnte ich ihre Handlungen und ihre Logik kaum nachvollziehen und im weiteren Verlauf nerven ihre inneren Monologe voller Analysen und Erkenntnisse ganz gewaltig. Natürlich sollten in einem Roadtrip Buch auch die Charaktere innerlich an ein „Ziel“ gelangen, aber hier wirkt alles so langatmig aufgesetzt und unecht auf mich.

Teilweise werden Lösungen für Spannungsbögen etwas zu bequem aus dem Hut gezaubert.

Gut hat mir auch gefallen, dass es keine Liebesgeschichte gab, sondern dass die Beziehung der Geschwister im Mittelpunkt stand.

Insgesamt aber ein richtig nettes Buch, das sich gut und schnell lesen lässt und das nicht so emotional aufwühlend ist wie „Hate List“ von derselben Autorin. Dabei ist es aber absolut nicht oberflächlich, sondern setzt sich mit der Wirkung von psychischen Krankheiten auf die Angehörigen auseinander.3-sterne-schw