[Review] Bettina Hennig: Ich bin dann mal vegan

23548068Aufgrund eines Interviews beschließt die Autorin (und Journalistin), der veganen Ernährung eine Chance zu geben. In der Beschreibung der daraus folgenden Veränderungen in ihrem Leben geht sie weniger auf die alltäglichen Anfangsprobleme ein, sondern vor allem darauf, wie ihr Umfeld reagiert, wie sie schrittweise von der Ernährung weiter über den Tellerrand blickt und auf Demos geht, beim „Containern“ mitmacht und nachts in einen Mastbetrieb eindringt.

Das Buch ist locker geschrieben und angenehm zu lesen, es kommt zunächst scheinbar „unbelehrend“ daher, dies ändert sich aber leider zunehmend zum Ende hin.

Mit Ausnahme derjenigen, die sowieso schon in der Richtung unterwegs waren, scheint ihr Umfeld nur Spott, das massenhafte Zusenden von (ihrer Meinung nach) undurchdachten Studien über die Schattenseiten der veganen Ernährung oder latente Aggression für sie übrig zu haben. Oft hatte ich das Gefühl, dass sie angeblich stattgefundene Diskussionen, Gespräche und Begebenheiten deutlich „aufgepeppt“ hat, um ihr Buch spannender zu machen, Dramatik zu erzeugen und sich selbst als Opfer von unterschwelligen Veganer-Hassern (als die sich ausgerechnet ihre Freunde dann entpuppen) darzustellen.

Und so oft wie sie beschreibt, wie unglaublich jung (oft schätzt sie das Alter zunächst 10 Jahre jünger ein) Veganer doch aussehen, wächst der böse Gedanke in mir, dass das eigentlich ein Hauptgrund für ihren Entschluss, weiterhin vegan zu leben ist. So heißt es auch im Klappentext. „Sie verliert jeden Tag an Falten und Gewicht…“

Ich ernähre mich selbst seit etwas über einem Jahr vegan und habe nur positives und interessiertes Feedback aus meinem Umfeld bekommen. Die ältere Generation fragt maximal besorgt nach, ob ich denn noch genug Eisen zu mir nehme. 😉 Wenn sie also sooo schlechte Erfahrungen mit ihren Freunden und Bekannten macht, liegt es entweder an ihr selbst oder an der Auswahl ihrer Freunde. Oder… sie bauscht alles maßlos auf, um ihre Geschichte dramatischer zu gestalten…

Eigentlich ein nettes Buch, das mich aber nur allzu oft ziemlich genervt hat. 2-sterne-schw

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