[Review] Vladimir Nabokov: Pale Fire

7805Das Buch bewegt sich auf mehreren Ebenen. Zum einen das 999zeilige Gedicht des fiktiven Autors John Shade, der im Gedicht unter anderem den tragischen Tod seiner Tochter verarbeitet. Zum anderen wird ein Kommentar zum Gedicht nachgestellt, den der ebenfalls fiktive Charles Kinbote verfasst hat. Darin analysiert er das Gedicht, fügt wissenswertes über das Privatleben seines Freundes und Nachbarn Shade ein, aber er läßt es sich auch nicht nehmen, die Geschichte eines Königs aus einem fiktiven, aber an Russland erinnernden Landes, im Exil zu berichten (view spoiler) . Die Anmerkungen tragen so erstaunlich wenig zum Verständnis des Gedichtes bei, sondern verlieren sich in einer völlig anderen Geschichte.

Zuerst war ich sehr verwirrt und bin zwischen Gedicht und jeweiliger Anmerkung hin und her gesprungen, was mir aber den Lesefluss zerstört hat. Ich habe dann zuerst dann Gedicht komplett gelesen und danach die Anmerkungen, von denen aus ich dann zurück zum Gedicht geblättert habe. Diese Methode hat für mich am besten funktioniert.

Als ich dann meinen Rhythmus gefunden hatte, bin ich mehr und mehr in die schräge Struktur eingetaucht, Es gab bewegende Momente, lustige Momente, wunderbare Formulierungen und Bilder (hach, Nabokov kann einfach schreiben) und ständig das Gefühl, Nabokov hinter mir kichern zu hören, wenn ich mich wieder einmal gefragt habe, was sich hinter der Metaebene (also der Ebene des Kommentars) verbirgt.

An „Lolita“ kommt das Buch für mich nicht heran, aber Nabokov ist wieder ein echtes Glanzstück gelungen. 4-sterne-schw

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