[Review] Sara Danvers: The Seven Devils

16066774This will contain spoilers, so in case you wanna read the book (which I stongly suggest against!!) – don’t read any further.

Story:
After nearly being killed by her father, even the mother realizes it might be better to leave her husband and get Ellen into a saver place. At her new school she meets a mysterious guy who is rumoured to be highly dangerous and a killer.

Characters:
Let’s start with the supporting characters: I like a good flawed character in my books, but… the baddies here were just ridiculous and implausible. The own brother sets up the sister to be KILLED by the father because they had to move away from his friends after the father nearly killed the sister and he was pissed at her for taking him away from his buddies??? Who is supposed to buy such a character?
Psychologically it might have made more sense if the mother would hold back from dating for a while after escaping her violent and alcoholic husband. But no, she starts an affair that keeps her out of the house (with the immanent danger of the husband finding the family looming all the time) for days and weeks. Sure…!
But like mother like daughter… Meet Ellen, the most useless, clueless and naive heroine in literature. Her decisions are usually stupid and/or hormone based. Her ways of thinking elementary school-level at best.
On her first day at the new school, still traumatized from nearly having been drowned… she invites the guy everybody warns her about at school home, holds hands with him then and there, enjoys his kisses and follows him into the woods. Hours after meeting him. Sure…! (Great choice, Ellen!)
Basically she trusts whoever gets her hormones singing, so after the first guy breaks up with her, she starts dating someone else. He had sexually assaulted her before they got together. (Great choice, Ellen!) He treats her like shit during their relationship with violent moments and when she decides to break up with him, she chooses a deserted forest. (Great choice again, Ellen!) Needless to say he gets very violent and nearly rapes her (luckily she gets saved).

There is no single character in the book that I would consider interesting. The ambitious, self-centered brother, the ignorant and unfair mother, the asshole boyfriend, the misunderstood loner… Nobody seems to actually think once in a while, they all have their 2,5 character traits and won’t leave their assigned characterization for a second.
I kept thinking that some of the rash and idiotic decisions of the wannabe-heroine would be explained by the big secret (mind control). But it didn’t happen. She indeed was this stupid all by herself.
Pacing:
The pacing is horrible, insta-love² in the beginning that makes you dizzy and then ages of boredom. The second half has a completely different feel than the first half.
Writing:
The writing itself doesn’t hurt too much, but there are way too many errors in grammar and spelling.
All in all:
Keep away from this book, I got it as a freebie but mourn the time I wasted on this shit.1-stern-schw

[Review] Kate Atkinson: Life after Life

17796863Ursula lebt ihr Leben wieder und wieder. Mal stirbt sie gleich bei der Geburt im Jahr 1910, dann ist der Arzt bei der Geburt zugegen und kann die um ihren Hals gewickelte Nabelschnur rechtzeitig kappen, doch sie ertrinkt mit 5 Jahren im Meer. Mal wird sie vorm Ertrinken bewahrt, stürzt aber ein paar Monate später aus dem Fenster. Je mehr Klippen sie in ihrem Leben umschifft, desto mehr wird ihr Leben und das ihrer Lieben vom 2. Weltkrieg überschattet, bis Ursula schließlich beschließt, ihr Leben darauf auszurichten, die Geschichte zu ändern und den Mann zu töten, der für den 2. Weltkrieg verantwortlich ist: Hitler.

Geschrieben ist das Buch wirklich wunderbar. Kate Atkinson hat ein Gespür für Sprache und Charaktere. Eigentlich hat mir auch die Idee sehr gut gefallen, aber für mich kam durch die episodenhafte Erzählform kein richtiger Lesefluss auf, was sicher eher an mir und meinen Buchvorlieben lag, als am Buch selbst.

Oft waren Lebensverläufe auch einfach zu emotional aufwühlend und deprimierend für meinen Geschmack, so dass ich das Buch irgendwann nur noch ungern zur Hand genommen habe.

Fazit: Tolle Idee, toller Schreibstil, aber eher langweilig und wegen der Wiederholungen bzw. parallelen Lebensentwürfen, die man irgendwie im Kopf haben muss, anstrengend zu lesen. 2-sterne-schw

[Review] Pierre Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften

18071758In diesem Briefroman aus dem 18. Jahrhundert geht es heiß her. Liebe, Tod, Intrigen, und natürlich so einige Affairen… Die Marquise Merteuil stachelt ihren ehemaligen Geliebten Valmont an, den Ruf und die Unschuld der Verlobten des Mannes zu ruinieren, der sie kürzlich verlassen hat. Der wiederum ist aber vollauf damit ausgelastet, eine tugendhafte Ehefrau zu verführen, die sich ihm gegenüber spröde gibt.
Das Beziehungsgeflecht wird immer verwickelter und immer mehr Intrigen werden gesponnen.

Die Charaktere sind einfach großartig. Die beiden Protagonisten sind sicher keine strahlenden Helden, sondern ziemlich durchtriebene Gestalten. Die Marquise ist berechnend und manipulierend, aber man erkennt auch immer, dass sie vor Charme sprühen und jeden um den Finger wickeln kann, wenn sie es darauf anlegt.
Valmont ist ein wunderbarer Charakter. Das eigene Vergnügen steht stets im Vordergrund, aber oft kommt auch seine selbstironische Seite zum Vorschein.
Trotz allem wachsen die beiden dem Leser schnell ans Herz und auch die Nebenfiguren in ihrer Schrulligkeit oder Naivität geben der Geschichte Charme und Witz.

Die Geschichte liest sich erstaunlich flüssig und wird durch die verschiedenen Briefstile der jeweiligen Verfasser noch facettenreicher, als es der Plot ohnehin schon hergibt. Laclos hat die Briefe geschickt angeordnet, mit Kommentaren zu Briefen, die er wegen des eher langweiligen Inhalts ignoriert hat oder Briefen, die gestohlen wurden und erst an späterer Stelle eingefügt wurden. Man vergisst oft, dass die Briefe eigentlich aus seiner Feder stammen.

Sehr zu empfehlen!4-sterne-schw

[Review] Vladimir Nabokov: Lolita

7604German review (english review further down):
Humpert, der pädophile Ich-Erzähler befriedigt seine Triebe, indem er aus der Ferne junge Mädchen (Nymphets, oder im deutschen Nymphchen genannt) beobachtet und gelegentlich junge Prostituierte aufsucht. Nachdem seine Ehe gescheitert ist, wird er Untermieter einer alleinerziehenden Mutter, allein auf Grund der Tochter Lolita, die genau seinem Ideal entspricht. Schließlich heiratet er die Mutter sogar, um in der Nähe der Tochter zu bleiben. Als die Mutter jedoch plant, Lolita auf ein Internat zu schicken, beginnt er finstere Pläne zu schmieden…

Mindfuck. Der englische Ausdruck trifft die Wirkung des Romans auf mich perfekt.
Ich habe mich allzu oft von den wunderbaren Formulierungen, Wortspielen, Euphemismen des Erzählers einlullen lassen und mit dann immer wieder hoch geschreckt, wenn auf diese Weise (oft zwischen den Zeilen) abartige, perverse Momente beschrieben wurden. Sex mit der 12-jährigen Stieftochter, das ist jenseits jeder Grauzone, sich von ihr befummeln lassen, während er Schulkinder beim Verlassen der Schule beobachtet, ist nur krank. Und trotzdem war mir Humbert bei weitem nicht so unsympathisch, wie er hätte sein sollen. Wenn er mit Selbstironie und Wortwitz seine Eskapaden beschreibt, musste ich oft schmunzeln und die sprachliche Eleganz überdeckt nur allzu oft den widerlichen Inhalt.
So wie er Lolita manipuliert, ihr Geschenke macht, ihr Zuneigung schenkt, wenn sie bei seinen perversen Spielen mitmacht, fühle ich mich in gewisser Weise auch als Leser manipuliert, Selbstironie, Charme und poetische Sprache brachten mich immer wieder dazu, seine Perversionen (oder vielmehr die Umsetzung derselben in die Tat) ETWAS milder zu beurteilen.
Bis zum Ende gibt es Wendungen, die erschrecken und traurig machen.
Humpert ist ein grandioser (Anti-)Held, seine Sicht auf die Geschehnisse ist alles andere als objektiv und es wird immer wieder deutlich, wie wenig sein Verhalten mit „Liebe“ zu tun hat und doch fühlt man mit seiner Verzweiflung mit.
Lolita war ebenfalls ein wunderbarer Charakter, auf ihre Weise arrangiert sie sich mit der Situation und zieht aus ihr Stärke. Sie lernt, die Machtbalance zu ihren Gunsten zu verschieben und verfolgt ihre eigenen Ziele.
Die Lektüre des Romans ist eine Achterbahnfahrt: Atemberaubende Sprache, die einen oft innehalten lässt, herrliche Seitenhiebe auf die amerikanische Kultur, Charaktere, die man zugleich liebt und hasst, eine Geschichte, die einem oft den Magen umdreht, die Selbstironie, mit der sich der Erzähler zuweilen selbst betrachtet… Absolute Leseempfehlung!

English review:
Humpert, the pedophile narrator satisfies his urges by watching young girls, which he calls nymphets and occassionally visits young prostitutes. After his marriage falls apart, he becomes the lodger of a single mother solely because of her daughter Lolita, who represents his ideal of a nymphet. Finally he even marries the mother to stay close to the daughter. But when the mother plans to send Lolita to a boarding school, he starts to cook up sinister plans…

Mindfuck. This expression fits the effect the novel had on me perfectly.
Way to often I let the wonderful phrases, play of words, euphemisms of the narrator charm me, only to be startled again, when in this beautiful way (often enough between the lines) perverted and sick moments were being described. Sex with the 12 year old stepdaughter is beyond any greyzone, letting himself be sexually touched by her while watching school girls leave school, is simply sick. And yet Humbert wasn’t as dislikeable, as he should have been. When he describes his escapades with self-mockery and wordplay, I often had to smile and the elegance of the language often covers the disgusting content.
Just like he manipulates Lolita, makes her presents, grants her affection if she plays along with his sick games, I felt manipulated as well in a way. Self mockery, charme and peotical language brought me again and again to the point of judging his perversions (or rather putting them into practice) a LITTLE bit more forgivingly.
Up to the end there are twists and turns that shock and sadden.
Humbert is a great (anti-)hero, his point of view on the events is anything but neutral and it gets clear again and again how little his behaviour has to do with „love“ and yet I felt sympathetic to his torment and desperation.
Lolita was a wonderful character as well, she comes to terms with the situation in her own way and draws strength from it. She learns to shift the power balance in her favour and has her own agenda.
Reading this novel was a rollercoaster ride: breathtaking language, which often made me pause for a moment, great side blows on the american culture from an European point of view, characters I loved and hated at once, a story which turned my stomach a couple of times, the self-mockery with which the narrator look upon himself at times… definetely a recommendation!
5-sterne-schw

[Review] Jennifer Brown: Perfect Escape

12805941Kendras Leben wird durch den an Zwangsstörungen leidenden Bruder Grayson bestimmt, ihre Reaktion darauf ist, möglichst perfekt zu sein, vor allem in der Schule notfalls mit Betrug. Ihr Kartenhaus droht einzustürzen, als ihre Schummelei in der Schule auffliegt und in ihrer Panik flieht sie mit dem schlafenden Bruder auf dem Beifahrersitz in Richtung Kalifornien.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, vor allem Grayson war toll! Seine Schrulligkeit und sein Humor kommen wunderbar rüber. Mit Kendra bin ich leider nicht wirklich warm geworden, zunächst konnte ich ihre Handlungen und ihre Logik kaum nachvollziehen und im weiteren Verlauf nerven ihre inneren Monologe voller Analysen und Erkenntnisse ganz gewaltig. Natürlich sollten in einem Roadtrip Buch auch die Charaktere innerlich an ein „Ziel“ gelangen, aber hier wirkt alles so langatmig aufgesetzt und unecht auf mich.

Teilweise werden Lösungen für Spannungsbögen etwas zu bequem aus dem Hut gezaubert.

Gut hat mir auch gefallen, dass es keine Liebesgeschichte gab, sondern dass die Beziehung der Geschwister im Mittelpunkt stand.

Insgesamt aber ein richtig nettes Buch, das sich gut und schnell lesen lässt und das nicht so emotional aufwühlend ist wie „Hate List“ von derselben Autorin. Dabei ist es aber absolut nicht oberflächlich, sondern setzt sich mit der Wirkung von psychischen Krankheiten auf die Angehörigen auseinander.3-sterne-schw

[Review] Aimée Carter: Pawn (The Blackcoat Rebellion #1)

20896214Kitty lebt in einer Welt, in der ein Test, den jeder Bürger mit 17 absolvieren muss, über die soziale Klasse entscheidet, in der er sein restliches Leben verbringen muss. Wegen einer Lesestörung schneidet sie sehr schlecht ab und sieht sich mit einem Leben als Kanalarbeiterin konfrontiert, Doch der Zufall will es, dass ihre Augenfarbe genau der der kürzlich verstorbenen Nichte des Premierministers gleichen und sie die Chance hat, in die höchste Klasse aufzusteigen, wenn sie sich vor der Öffentlichkeit als diese ausgibt. Durch kosmetische Chirurgie werden ihre Gesichtszüge und ihr Körperbau angepasst.

Doch schon bald stellt sie fest, dass sie von allen Seiten manipuliert wird und weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann oder was wirklich mit der Prinzessin geschah.

Das Worldbuilding ist sehr dürftig, man erfährt kaum etwas über die Gründe für die Veränderungen zu unserer Welt, Außerdem fand ich es ziemlich unglaubwürdig, dass man nur wenige Jahrzehnte in der Zukunft durch kosmetische Chirurgie problemlos einen Menschen zum Ebenbild eines anderen machen kann, aber auf die exakte Augenfarbe angewiesen ist. Maßgeschneiderte Kontaktlinsen müssten es doch auch tun. Und man hätte eine Kandidatin wählen können, die nicht durch eine Leseschwäche gebremst wird und die nicht ALLES vom Benutzen der richtigen Gabel bis zur Allgemeinbildung, sprachlichen Manierismen etc. hätte lernen müssen. Vielleicht eine Schauspielerin, die Sprachmelodien leicht nachahmen kann… Aber es stellt für unsere Heldin ohnehin kein Problem dar, sich all das in 2 Wochen anzueignen. Sehr glaubwürdig.

Ich mag es, wenn Dystopien erst auf den zweiten Blick die Zustände in unserer Welt kritisieren, wenn man sich zunächst in die Geschichte fallen lassen kann und nach und nach durchsickert, dass bestimmte Umstände bei uns vielleicht in eine ähnliche Richtung weisen könnten. Aber das Bildungssystem, in dem die Kinder aus den unteren Schichten in überfüllte Klassen gesteckt und individuelle Probleme nicht gefördert werden, während Reiche sich gute Schulen und Nachhilfe leisten können, ist mir einfach zu nah an der (amerikanischen) Realität und der Test zu nah am SAT-Test in den USA. Das wäre ja noch hinnehmbar, wenn die Buchwelt ansonsten viel zu bieten hätte, aber die Tests und das Klassensystem sind so ziemlich das einzige, was wir wirklich über die Welt erfahren. Ziemlich enttäuschend.

Die Geschichte nimmt rasante Wendungen, Freund wird zu Feind und umgekehrt, es gibt schockierende Todesfälle und ständig neue Gefahren und Höhepunkte. Bis zur Hälfte fand ich das sehr spannend aber irgendwann wurde es mir zu aufgesetzt dramatisch, die Wendungen nur noch albern, konstruiert und anstrengend.

Die Charaktere, vor allem die Protagonistin, waren weder sympathisch noch glaubwürdig.

Das Tempo hat mir am Anfang sehr gut gefallen und ich hatte immer die Hoffnung auf mehr Background zur dargestellten Welt, mehr Tiefe in den Charakteren… aber da kam bis zum Ende gar nichts mehr und mich hat das Buch mehr und mehr angenervt. Insgesamt eine ziemliche Enttäuschung, aber weil es für eine ganze Weile echtes Pageturnerpotenzial hatte, gibt es 2 Sterne.2-sterne-schw

[Rezension] D.H. Lawrence: Lady Chatterley’s Lover

32067German review: (english version further down)
Constance heiratet den vermögenden Adligen Lord Chatterley, der aber kurz nach der Hochzeit in den Krieg zieht und an den Rollstuhl gefesselt (und impotent) zurückkehrt. Constance, nun Lady Chatterley, die sich sehnlichst ein Kind wünscht, bekommt von ihrem Mann die Erlaubnis, diskret eine Affaire einzugehen, um schwanger zu werden und ihm einen Erben zu bescheren. Allerdings geht er davon aus, dass sie einen Mann ihres Standes auswählt und nicht den Wildhüter des Anwesens.

Dass das Buch zu einem „Skandalbuch“ wurde, kann ich verstehen, es geht teilweise schon recht explizit zur Sache und einige Tabus werden thematisiert. Aus heitiger Sicht wirkt doch vieles sehr bemüht, als ob es nur deshalb integriert wurde, um anzuecken und einen Aufschrei der Empörung zu generieren. Und leider wurde immer, wenn eine der Bettszenen ansprechend zu werden drohte, alles dadurch vermasselt, dass man Einblick in Constances seltsame Gedankengänge bekam, oder sie den Mund aufgemacht hat. Oft war es allerdings auch recht (unfreiwillig) komisch. Wenn sie über sein bestes Stück sagt: „Even when he is soft and little i feel my heart simply tied to him“ Oder eine Hochzeit zwischen John Thomas (seinem besten Stück) und Lady Jane (Ihr Pendant) mit Blumenschmuck (!!) zelebriert wird.

Die eigentliche Geschichte könnte im Grunde ganz interessant sein, wird aber wahnsinnig uninspiriert erzählt. Der Kinderwunsch wird vom Autor so absurd in Szene gesetzt, dass man sich fragt, ob er sich über Frauen und ihren Wunsch nach Nachwuchs lustig macht.

Der Sex und die Gespräche darüber werden ziemlich ehrlich und ohne rosane Brille dargestellt, was mir ziemlich gut gefallen hat. Zwischen die Sexszenen sind dann immer mal Passagen über die Landschaft, die englische Wirtschaft, den Untergang des Adels, die Klassengesellschaft eingestreut, aber es wirkt alles bemüht und oberflächlich auf mich.

Constance war eine der unsympathischsten Protagonistinnen, die mir je untergekommen sind. Dumm, egoistisch, herablassend, arrogant, wankelmütig, in Selbstmitleid badend, klammernd… Ich frage mich wirklich, was der Autor für ein Frauenbild hat! Ihr Lover sinniert nach dem Sex über das kaputte Klassensystem und alles, was ihr dazu einfällt, ist eine Bemerkung über seine Schamhaare.
In den ersten Kapiteln wird sie als modern und aufgeklärt beschrieben, aber sie wird immer mehr zur völlig unselbständigen, klammernden, bettelnden Frau, die ständig Aufmerksamkeit und Bestätigung braucht.

Literarisch hat das Buch so gut wie nichts zu bieten. Inhaltlich schockt es uns heute auch nicht mehr. Aber es ist durchaus interessant zu lesen, was damals so für Aufruhr gesorgt hat und die unfreiwillig komischen Szenen waren dann doch manchmal herrlich absurd.

English review:
Constance marries the wealthy aristocrat Lord Chatterley, who goes to war shortly after the wedding and returns in a wheelchair (and impotent). Constance, now Lady Chatterley, who has deep desires to have a child, gets the permission from her husband, to have a discreet affair in order to become pregnant and grant him an inheritor of title and property. He however expects her to choose a man of her own standing and not the gamekeeper of the property.

I can understand that this book became a „scandalous novel“, some parts are quite explicit and a few taboo topics are broached. From today’s point of view a lot seems quite forced and only integrated to generate a popular outrage. And unfortunately every time the bed scenes threatened to turn appealing, everything was messed up by insights into Constance’s weird lines of thinking, or by her comments. Often enough things turned (involuntarily) funny. Like when she says about his manhood: „Even when he is soft and little i feel my heart simply tied to him.“ or when a wedding between John Thomas (his member) and Lady Jane (her equivalent) is celebrated with flowery adornments (!).

The actual story could have been quite interesting, but it is so incredibly uninspired. The desire to have children is shown by the author in quite an absurd way, which makes the reader wonder, whether he is making fun of women and their desire for offspring.

The sex and the conversations about it are quite honest and not shown through rose-coloured glasses, which I enjoyed pretty much. The passages between the sex scenes are filled with descriptions of the landscape, the english economy, the downfall of the aristocracy or the class system, but it all seems quite forced and superficial to me.

Constance was one of the least sympathetic and likeable protagonists I ever encountered. Stupid, egoistic, condescending, arrogant, changed her opinions within seconds forth and back, wallowed in self-pity, clingy, needy… I seriously wonder, what kind of image the author has about women! Her lover muses after sex about the rotten class system and all she has to add is a comment about his pubic hair! In the first chapters she is described as modern and educated, but she turns more and more into a dependent, needy, begging woman, who needs attention and confirmation all the time.

Writing-wise the book has little to offer. The content isn’t all that shocking to our society any more either. But it was really interesting to see, what hat caused such an uproar at the time und the unintentionally funny scenes were sometimes hillariously absurd.

2-sterne-schw