[Review] Pierre Choderlos de Laclos: Gefährliche Liebschaften

18071758In diesem Briefroman aus dem 18. Jahrhundert geht es heiß her. Liebe, Tod, Intrigen, und natürlich so einige Affairen… Die Marquise Merteuil stachelt ihren ehemaligen Geliebten Valmont an, den Ruf und die Unschuld der Verlobten des Mannes zu ruinieren, der sie kürzlich verlassen hat. Der wiederum ist aber vollauf damit ausgelastet, eine tugendhafte Ehefrau zu verführen, die sich ihm gegenüber spröde gibt.
Das Beziehungsgeflecht wird immer verwickelter und immer mehr Intrigen werden gesponnen.

Die Charaktere sind einfach großartig. Die beiden Protagonisten sind sicher keine strahlenden Helden, sondern ziemlich durchtriebene Gestalten. Die Marquise ist berechnend und manipulierend, aber man erkennt auch immer, dass sie vor Charme sprühen und jeden um den Finger wickeln kann, wenn sie es darauf anlegt.
Valmont ist ein wunderbarer Charakter. Das eigene Vergnügen steht stets im Vordergrund, aber oft kommt auch seine selbstironische Seite zum Vorschein.
Trotz allem wachsen die beiden dem Leser schnell ans Herz und auch die Nebenfiguren in ihrer Schrulligkeit oder Naivität geben der Geschichte Charme und Witz.

Die Geschichte liest sich erstaunlich flüssig und wird durch die verschiedenen Briefstile der jeweiligen Verfasser noch facettenreicher, als es der Plot ohnehin schon hergibt. Laclos hat die Briefe geschickt angeordnet, mit Kommentaren zu Briefen, die er wegen des eher langweiligen Inhalts ignoriert hat oder Briefen, die gestohlen wurden und erst an späterer Stelle eingefügt wurden. Man vergisst oft, dass die Briefe eigentlich aus seiner Feder stammen.

Sehr zu empfehlen!4-sterne-schw

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