[Review] Aimée Carter: Pawn (The Blackcoat Rebellion #1)

20896214Kitty lebt in einer Welt, in der ein Test, den jeder Bürger mit 17 absolvieren muss, über die soziale Klasse entscheidet, in der er sein restliches Leben verbringen muss. Wegen einer Lesestörung schneidet sie sehr schlecht ab und sieht sich mit einem Leben als Kanalarbeiterin konfrontiert, Doch der Zufall will es, dass ihre Augenfarbe genau der der kürzlich verstorbenen Nichte des Premierministers gleichen und sie die Chance hat, in die höchste Klasse aufzusteigen, wenn sie sich vor der Öffentlichkeit als diese ausgibt. Durch kosmetische Chirurgie werden ihre Gesichtszüge und ihr Körperbau angepasst.

Doch schon bald stellt sie fest, dass sie von allen Seiten manipuliert wird und weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann oder was wirklich mit der Prinzessin geschah.

Das Worldbuilding ist sehr dürftig, man erfährt kaum etwas über die Gründe für die Veränderungen zu unserer Welt, Außerdem fand ich es ziemlich unglaubwürdig, dass man nur wenige Jahrzehnte in der Zukunft durch kosmetische Chirurgie problemlos einen Menschen zum Ebenbild eines anderen machen kann, aber auf die exakte Augenfarbe angewiesen ist. Maßgeschneiderte Kontaktlinsen müssten es doch auch tun. Und man hätte eine Kandidatin wählen können, die nicht durch eine Leseschwäche gebremst wird und die nicht ALLES vom Benutzen der richtigen Gabel bis zur Allgemeinbildung, sprachlichen Manierismen etc. hätte lernen müssen. Vielleicht eine Schauspielerin, die Sprachmelodien leicht nachahmen kann… Aber es stellt für unsere Heldin ohnehin kein Problem dar, sich all das in 2 Wochen anzueignen. Sehr glaubwürdig.

Ich mag es, wenn Dystopien erst auf den zweiten Blick die Zustände in unserer Welt kritisieren, wenn man sich zunächst in die Geschichte fallen lassen kann und nach und nach durchsickert, dass bestimmte Umstände bei uns vielleicht in eine ähnliche Richtung weisen könnten. Aber das Bildungssystem, in dem die Kinder aus den unteren Schichten in überfüllte Klassen gesteckt und individuelle Probleme nicht gefördert werden, während Reiche sich gute Schulen und Nachhilfe leisten können, ist mir einfach zu nah an der (amerikanischen) Realität und der Test zu nah am SAT-Test in den USA. Das wäre ja noch hinnehmbar, wenn die Buchwelt ansonsten viel zu bieten hätte, aber die Tests und das Klassensystem sind so ziemlich das einzige, was wir wirklich über die Welt erfahren. Ziemlich enttäuschend.

Die Geschichte nimmt rasante Wendungen, Freund wird zu Feind und umgekehrt, es gibt schockierende Todesfälle und ständig neue Gefahren und Höhepunkte. Bis zur Hälfte fand ich das sehr spannend aber irgendwann wurde es mir zu aufgesetzt dramatisch, die Wendungen nur noch albern, konstruiert und anstrengend.

Die Charaktere, vor allem die Protagonistin, waren weder sympathisch noch glaubwürdig.

Das Tempo hat mir am Anfang sehr gut gefallen und ich hatte immer die Hoffnung auf mehr Background zur dargestellten Welt, mehr Tiefe in den Charakteren… aber da kam bis zum Ende gar nichts mehr und mich hat das Buch mehr und mehr angenervt. Insgesamt eine ziemliche Enttäuschung, aber weil es für eine ganze Weile echtes Pageturnerpotenzial hatte, gibt es 2 Sterne.2-sterne-schw

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