[Rezension] Kindle Paperwhite

Nun habe ich den neuen Kindle Paperwhite schon fast eine Woche und es wird Zeit für ein kleines Fazit.

Ich hatte vorher den Kinde Keyboard und war sehr zufrieden mit der Darstellung des Texts, fand die Auswahl über den Hoch/Runter Button aber immer schwerfällig und mühsam.

Äußeres:
Der Kindle Paperwhite hat kein Keyboard mehr, was sich optisch sehr positiv bemerkbar macht. Er sieht sehr viel schicker aus. Er ist etwas dicker und wirkt auf mich einfach stabiler. Beim Kindle Keyboard hatten sich durch unvermeidliches leichtes „Biegen“ bei der Handhabung in 2 Ecken im Rahmen um das Display sehr feine Risse gebildet, die nicht stören, aber mir immer das Gefühl gegeben haben, der Kindle sei extrem fragil. Außerdem fand ich das Keyboard immer unansehnlich im Gesamtbild.

Touchscreen:
Der Touchscreen funktioniert wunderbar, ich blättere nur sehr selten aus Versehen um und die direkte Auswahl eines Buches durch Antippen finde ich sehr angenehm.

Menüführung:
Die Menüführung finde ich sehr logisch und intuitiv. Angenehmer als beim Kindle Keyboard.

Darstellung:
Man kann sich die Bücher wahlweise als Coveransicht oder als Listenansicht anzeigen lassen. Gerade die Coveransicht gibt mir ein wenig die Illusion, ein Buch tatsächlich zu besitzen und nicht nur als Datei in einer Liste zu haben. Ein Cover macht ein Buch doch lebendiger und präsenter, auch wenn sie leider nur in schwarz-weiß angezeigt werden. Man kann alternativ aber auch die Listenansicht wählen.

Sammlungen:
Sammlungen lassen sich sehr gut anlegen und man kann durch einfaches Antippen der Liste der eigenen Bücher festlegen, welche Bücher in der neu angelegten Sammlung angezeigt werden sollen..

Problem:
Ich hatte mir im Juni 2012 ein Kindle eBook gekauft und wollte es nun auf dem Paperwhite lesen, allerdings konnte ich die Schriftart nicht verändern und die Schriftgröße war bei fast allen (bei anderen eBooks völlig ausreichenden) Schriftgrößen viel zu klein, Ich hatte nur die Wahl zwischen der zweitgrößten (etwas zu klein für meinen Geschmack) und der größten (unleserlich groß) Auswahlmöglichkeit.
Auf dem Kindle Keyboard funktionierte die Schriftgrößen- und Schriftartauswahl völlig normal. Ich hatte Amazon kontaktiert und man sagt mir, dass die bei Amazon hinterlegte Datei inzwischen erneuert worden war und man hat mir die überarbeitete Version geschickt, die dann problemlos auf dem Paperwhite dargestellt wurde.

Schriftbild:
Leider enttäuscht der Paperwhite im für mich am mit entscheidensten Aspekt des Schriftbildes. Während der Kindle Keyboard die Buchstaben in meiner Lieblingsschrift (Helvetica) gestochen scharf und flächig satt schwarz darstellt, wirken sie beim Kindle Paperwhite oft ausgewaschen, mittelgrau und vor allem ungleichmässig, einige Worte scheinen fast fett gedruckt in der Umgebung der relativ schwachen Schwärze des Textes. Bei einigen Buchstaben, wie dem kleinen „e“ wirkt der waagerechte Strich manchmal fast, als wäre er gar nicht vorhanden.
Ich habe allerdings den Eindruck, dass das Problem mit der Zeit etwas abnimmt und sich die Darstellung seit den ersten Tagen verbessert hat. Ein Software-Update hat leider auch keine Verbesserung gebracht.

Lesefortschritt:
Ich vermisse den Balken am unteren Seitenrand, der mir neim Kindle Keyboard nicht nur visuell angezeigt hatte, an welcher Stelle im Buch ich mich befunden habe, sondern der auch durch eine Markierung dargestellt hatte, wie viel ich „in der aktuellen Lesesitzung“ gelesen hatte. Ausserdem würden die Kapiteleinteilungen auf dem Balken angezeigt.
Der Paperwhite allerdings zeigt mir wahlweise an, wie lange ich bei meiner persönlichen Lesegeschwindigkeit (in Stunden/ Minuten) bis zum Ende des Kapitels bzw. Buches brauchen werde. Ich finde es motivierend und einfach nett, zu wissen, ob ich bis zu einem Termin das Kapitel noch beenden werde/ kann.

Hintergrundbeleuchtung:
Der „Paperwhite Effekt“ entsteht durch die Beleuchtung des Displays mit bläulichem Licht, das die gelbliche Farbe des Displays ausgleicht. Es ist schon ein enormer Unterschied, wie viel heller der Hintergrund dadurch wird. Ich finde es allerdings ratsam, die Beleuchtung nicht zu hoch einzustellen, gerade so stark wie in der Umgebungshelligkeit nötig. So tritt auch der leicht unangenehme Effekt der ungleichmäßigen Beleuchtung im unteren Bereich nicht so stark auf.

Synchronisation:
Ich benutze den Kindle Keyboard auch weiterhin (für die „gefährlicheren“ Umgebungen wie die Badewanne) und die Synchronisation zwischen den beiden Geräten (also das Update auf die von mir zuletzt gelesene Seite) klappt völlig reibungslos.

Hülle:
Zähneknirschend habe ich auch noch die 35 Euro für eine passende Hülle ausgegeben, muss aber sagen, dass sie wirklich toll ist, der Kindle reagiert auf das Öffnen und Schließen der Hülle und wird dadurch eingeschaltet bzw. in den Ruhezustand versetzt. Das herauslösen aus der Plastikschale ist allerdings etwas schwierig, man muss mehr Gewalt aufwänden, als man dem Kindle antun möchte.

Kindle-Store:
Auf der Startseite werden beim Kindle Paperwhite eine Reihe von Büchern im Kindlestore angezeigt, von denen Amazon meint, sie würden in das Beuteschema des Kunden passen. Ich empfinde das als sehr unangenehm. Auf meinem Kindle möchte ich nur meine Bücher angezeigt bekommen und keine noch so gut gemeinte und eventuell passende Werbung für neue Bücher.

Fazit:
Dass er ausgerechnet beim Schriftbild schwächelt, finde ich schon sehr schade, gerade das war es, was für mich den Kindle Keyboard zu einem großartigen Reader gemacht hatte.
Insgesamt bin ich dennoch schwer begeistert und hoffe, dass sich das Schriftbild durch zusätzliche Updates oder den häufigen Gebrauch verbessert.

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4 Antworten zu “[Rezension] Kindle Paperwhite

  1. Danke für dieses kleine Review. =)
    Ich wollte mir den Paperwhite auch holen, war dann aber von den Rezensionen etwas abgeschreckt, weil viele meinten, die Beleuchtung sei schlecht, unregelmässig, schattiert, manchmal gäbe es blaue Flecken auf dem Display etc.
    Die ist aber bei Dir ok, oder? Oder hat das Schriftbild vielleicht auch etwas mit der Beleuchtung zu tun?
    Ich überlege noch hin und her, weil ich noch einen Kindle der ersten Generation hier liegen habe und den eigentlich sehr mag, nur das Licht fehlt halt.

    • Blaue Flecken habe ich gar nicht, bei mir sind nur, wenn ich das Licht zu stark einstelle, im unteren Bereich „Lichthöfe“, also Bereiche direkt um die Leuchtquellen, die deutlich heller sind.
      Ich benutze das Licht auch nur zur Aufhellung und um zum Beispiel einen Schatten, den ich selbst beim Lesen erzeuge auszugleichen, das finde ich sehr angenehm, ich habe das Display nicht „hell erleuchtet“ wie bei einem Handy oder Tablet.
      Ich habe zudem diese „Rezension“ auch bei Amazon eingestellt und jemand hat mir geantwortet, dass man die Kaufvorschläge irgendwo im Menü, muss ich mir gleich mal anschauen, abschalten kann und dass man die Qualität der SChrift dadurch verbessern kann, dass man den Kindle beim Umblättern die gesamte Seite „refreshen“ lässt und nicht nur die geänderten Buchstaben, auch das werde ich mir mal anschauen.

      • Jaa! Im Menü kann man einstellen, dass sich die Seite bei jedem Umblättern neu aufbauen soll. Der Seitenaufbau dauert minimal länger, dafür ist die Schrift jetzt satt schwarz und scharf!
        Und auch die „Werbe“-Vorschau auf der Startseite lässt sich ausschalten.

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