[Rezension] Antonia Michaelis: Der Märchenerzähler

Anna steht kurz vor dem Abi als die einen ihrer Mitschüler, den schulbekannten Dealer Abel näher kennenlernt, unter seiner rauhen Schale scheint ein weicher Kern zu stecken, denn er erzählt seiner kleinen Schwester ein wunderschönes, fantasievolles Märchen erzählt. Ihre Freunde sind relativ schockiert und raten ihr davon ab, sich mit Abel einzulassen. Recht bald stellt sich heraus, dass die Mutter von Abel und seiner Schwester verschwunden ist und das Jugendamt droht, die 6-Jährige in ein Heim zu stecken, wenn die Mutter nicht bald wieder auftaucht.

Die Verknüpfung von Märchen und Realität fand ich sehr gelungen, sowohl die Einbindung der Märchenpassagen, als auch die Refklektion der realen Umstände in Märchenform. Der Stil der das Märchen umschließenden Handlung hebt sich stark von der des Märchens ab und wirkte auf mich etwas unnatürlich und überspitzt, so als ob die Sprache oft nur deshalb gewählt wurde, um sich von der des Märchens möglichst stark abzuheben.

Allerdings fand ich die Protagonistin viel zu naiv und gutgläubig. Was sie Abel mit der Erklärung „Liebe kennt keine Vernunft“ vergibt, war schon sehr heftig, gerade für ein Jugendbuch. Dass sie ihm so einfach vergibt setzt in einem Jugendbuch meiner Meinung nach auch die falschen Zeichen. Es wird mir auch entschieden zu viel geraucht (wohl als Zeichen der ach so reifen und erwachsenen Mitschüler im Gegensatz zu Naivchen Anna).

Insgesamt weiß ich nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Die Geschichte insgesamt hat mir ganz gut gefallen, aber es hat mich einfach zu viel gestört, um das Buch positiv zu bewerten.

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3 Antworten zu “[Rezension] Antonia Michaelis: Der Märchenerzähler

  1. Mh, also ganz begeistert hört sich das leider wirklich nicht an :/
    Finde es immer schade wenn eine gute Idee oder eine ansonsten tolle Handlung an den Charakteren scheitert. Und wenn der Hauptcharakter naiv ist… dann ist es besonders schlimm *würg*

    • Die Märchenpassagen waren dafür wirklich schön und das Buch hat mich zumindestens so sehr aufgeregt, dass es mir immer noch richtig präsent im Kopf rumspukt. Ist ja auch schon mal was ;-).

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