[Rezension] Lise Haines: Girl in the Arena

Zum Inhalt:
Im Gegensatz zu anderen Dystopien spielt dieses Buch in unserer Zeit, allerdings haben Gladiatorenveranstaltungen auf Leben und Tod Einzug in die Unterhaltungs-„Kultur“ genommen. Zunächst reine Untergrundveranstaltungen, wurden sie irgendwann in den USA legalisiert.

Lyns Mutter ist eine Gladiatoren-Ehefrau mit Leib und Seele, 6 Ehemänner sind bereits in der Arena gestorben und es wird ihr gesetzlich verboten sein, ein 8. Mal zu heiraten oder eine Beziehung einzugehen. Ihr jetziger Mann, Tommy, wird also ihr letzer Mann sein. Als er gegen Uber antritt und getötet wird, bricht für die durch Tommys, umjubelter Star der Gladiatoren-Szene, zu Ruhm und Reichtum gekommene Familie eine Welt zusammen. Die Vereinigung, die die Gladiatorenkämpfe veranstaltet, Ceasar’s Inc., droht damit, ihnen Haus und alle mit Gladiatoren-Geld erworbenen Wertgegenstände wie eine umfangreiche Bibliothek und eine Helmsammlung zu nehmen, wenn Lyn nicht einwilligt, Uber zu heiraten und sie aus der Hochzeit ein Medienspektakel machen können. Die einzige Chance, die Lyn sieht, um einer Ehe mit dem Mann zu entgehen, der denjenigen der Ehemänner ihrer Mutter gtötet hat, der einem Vater am nächsten kam, ist selbst im Kampf gegen ihn anzutreten.

Meine Meinung:
Als sehr gewöhnungsbedürftig habe ich die Darstellung von wörtlicher Rede empfunden. Statt Anführungszeichen wurde ein langer Gedankenstrich am Anfang des gesprochenen Satzes gesetzt, das Ende bildet in der Regel ein redundantes „he says“ oder „she says“. Sehr irritierend.
Neben diesem rein formalen Ärgernis empfand ich die Personen als extrem simpel gezeichnet. Die Protagonistin war mir bis zum Schluß fremd. Ihre Handlungsweise ist gerade zum Ende hin auch nicht wirklich logisch.
Uber wird extrem positiv dargestellt, von Anfang an ist klar, dass er ein herzensguter Mensch ist. Außerdem ist er attraktiv und extrem gut gebaut. Um ihm etwas mehr Menschlichkeit zu geben, hat sich die Autorin nun einen besonderen Kniff einfallen lassen: Neben einer allgemeinen Tollpatschigkeit erschuf sie ihn als extrem kurzsichtig und wegen einer Allergie gegen Kontaktlinsen trägt er entweder eine starke Brille mit dicken Gläsern oder ist quasi blind. Wie er in dem Zustand erfolgreich kämpfen und ein Star der Gladiatorenszene werden soll, ist mir rätselhaft. er sagt selbst, dass er nur Schemen beim Kämpfen sehen kann.
Und der Titel? „Girl in the Arena“… vom Medienzirkus abgesehen, den man als Arena bezeichnen könnte, in dem sie ihr ganzes Leben verbracht hat, wartet der Leser bis etwa 15 Seiten vor dem Ende darauf, dass Lyn die Arena betritt.

Fazit:
Interessante Grundidee aber die Ausführung ist einfach unbefriedigend.

Genre: Dystopie
Verlag: Bloomsbury USA
Erscheinungsjahr: 2009
Seiten: 336 (gebundene Ausgabe)
Mit einem Satz: Es gibt deutlich bessere Vertreter des Genres

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